Spiel und Bewegung sind der Motor der kindlichen Entwicklung: Kinder entdecken ihre Umwelt durch Spielen und Toben, dabei beziehen sie äußere Gegebenheiten (Bordsteinkanten, Treppen,...) mit ein. Zahlreiche Wiederholungen der selbst entdeckten Bewegungsmöglichkeiten (balancieren auf Bordsteinkanten, klettern auf Betten und rollen und springen,...) sind ein ständiger Anreiz zum Entwickeln und Lernen. Die Entwicklung des Kindes ist ein ganzheitlicher Prozess, in dem die Bewegung eine ganz zentrale Bedeutung hat. Durch Bewegung lernen die Kinder sich und ihren Körper, ihre Umwelt und ihre Mitmenschen kennen, Kinder erschließen sich ihre Welt durch Bewegung. Die enge Verbindung zwischen Körperlich-motorischem und dem Geistig-seelischen wird mit dem Begriff der PSYCHOMOTORIK gekennzeichnet. Fühlen, Denken und Sich-Bewegen sind untrennbar miteinander verbunden und beeinflussen sich gegenseitig. Bietet man Kindern eine anregende Umgebung und den nötigen Freiraum in einer vertrauensvollen Umgebung, dann wollen Kinder sich bewegen und dann wollen sie etwas leisten. Denn sie sind nach aktuellen entwicklungspsychologischen Erkenntnissen die aktiven Gestalter ihrer Entwicklung und spüren meist sehr genau, was sie brauchen. Nicht nur in Hinblick auf die körperliche Entwicklung ist eine ausreichende tägliche Bewegungszeit notwendig. Durch Bewegung sammeln Kinder jede Menge Erfahrungen, die für eine gesunde Entwicklung und den Aufbau einer positiven Lernhaltung wichtig sind. Es gilt daher insbesondere im Rahmen von Bewegungsangeboten jedem Kind positive und zugleich realistische Selbsterfahrungen zu ermöglichen, um es so in seiner ganzen Persönlichkeit zu stärken. Insbesondere im Kleinkindalter sind Bewegung und Sprache eng miteinander gekoppelt. Beide sind Mittel der Erkenntnisgewinnung, Erfahrungen werden bei geringer Sprachfähigkeit durch Handlungen und Bewegung gemacht. Psychomotorische Erziehung beginnt mit dem Bereitstellen einer entwicklungsfördernden Umgebung. Bewegungsanreize, Lernimpulse und Entwicklungsanstöße gehen vom „Material“ aus; das Motto ist hierbei „Hilf mir, es selbst zu tun!“ (Maria Montessori) Im Umgang mit Spielgegenständen, Geräten und Bewegungssituationen gewinnt das Kind Erkenntnisse, die für das Verstehen der physikalischen Gegebenheiten grundlegend sind. Begriffe wie „Schwung, Gleichgewicht, Schwerkraft, Reibung“ sind durch grundlegende Bewegungstätigkeiten wie Schaukeln, Rutschen, Rollen, Balancieren, Klettern usw. unmittelbar an das eigene Tun geknüpft. Die Variation der Handlungsbedingungen (z.B. das Balancieren auf unterschiedlichem Untergrund oder instabilen Gegenständen) lässt ein unmittelbares Erleben von Ursache und Wirkung zu. Gerade dieses gedankliche Verarbeiten ist ein Prozess, in den wir von außen so wenig wie möglich eingreifen sollten, d.h. die Kinder bestimmen ihr Tempo und ihre „Arbeitsstelle“ selbst. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der des sozialen Lernens. Kooperations-, Konflikt-, Kommunikationsfähigkeit u.a. können und müssen schon ab dem Krippenalter gelernt und geübt werden. Dies erfordert aber Situationen, in denen die Kinder ein Mitsprache- und Mitgestaltungsrecht und auch Zeit und Gelegenheit haben, gemeinsam etwas zu erstellen, weiter zu entwickeln und ggf. wieder zu verwerfen. In unserem Haus bieten wir: Wöchentliche Turnstunden für alle Altersstufen, psychomotorische Förderangebote in Kleingruppen einen bewegungsorientierten Morgenkreis und Stuhlkreisspiele, Nutzung von Fluren, Gruppenräumen und Mobiliar (Tische und Stühle) zur freien Bewegung, vielfältiges Materialangebot für drinnen und draußen, regelmäßiges Nutzen des Außengeländes sowie der umgebenden Spielplätze und Parks, nach Möglichkeit Schwimmen mit den älteren Kindern, Ausflüge mit Bewegungsschwerpunkt (Kindermuseum Labyrinth, Mitmach-Konzerte, Wald, besondere Spielplätze,...), Angebote zum bewegten Lernen (z. B. mathematische und naturwissenschaftliche Grunderfahrungen, bewegte Sprachförderung,...) sowie zur Schulung der Feinmotorik Regelspiele, Mal- und Bastelangebote.
Letztes Update: 1.06.2020